KIK • Kultur Im Knast

Seit 2006 organisieren Ehrenamtliche pro Jahr bis zu über 25 kulturelle Veranstaltungen für Gefangene in Hamburger Haftanstalten, u.a. Rock-, Pop- und klassische Konzerte, Theater, Kabarett, Tanz, Gospel, Folklore, Magie.

Bisherige Veranstaltungen finden Sie hier: KIK Archiv 20-1

Wir wollen Kulturelles in die Gefängnisse bringen, weil den Gefangenen auf absehbare Zeit der eigene Zugang dazu verwehrt bleibt. Wir möchten den Insassen geistige und emotionale Anregungen geben und ihren Erfahrungsschatz erweitern. Die Gefangenen von heute sind die Entlassenen von morgen und brauchen Kraft und Zuversicht für einen Neubeginn, für ein Leben ohne Straftaten.

Die Welt der Haftanstalt ist arm an lebendigen Eindrücken und positiven Erlebnissen. Die Gefangenen wünschen sich, ein wenig am „Draußen“ teilzuhaben, das allerdings zu ihnen in die Anstalt kommen muss. Wir verstehen uns als ein Bindeglied zwischen „Drinnen und Draußen“.

Alle Künstler, die bei uns auftreten, verzichten auf Gage oder Aufwandsentschädigung. Bei der Vorbereitung und Durchführung unserer Veranstaltungen unterstützen uns die Leitungen und Vollzugsbeamten sowie einige Insassen der jeweiligen Hafthäuser.

Wir hoffen auch weiterhin auf aufgeschlossene Menschen, die bereit sind, für eine Stunde in einer Haftanstalt aufzutreten.

Wenn Sie uns unterstützen wollen, oder Interesse an einem Auftritt haben, sind Sie uns herzlich willkommen!

Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf:
kultur-im-knast@gmx.de oder bei Walter Uchtenhagen (0170 5422332).

 


Fragen und Antworten rund um die Konzerte

Sie haben Interesse an einem Auftritt in einem Hamburger Gefängnis?

Dann sollten Sie zunächst wissen, dass es keine Gage gibt. Wir von KIK ebenso wie alle bisher aufgetretenen Künstlerinnen und Künstler haben das ehrenamtlich getan. Allerdings werden wir in Zukunft eine Pauschale von 100€ als Unkostenbeitrag anbieten können.

Wann und wo finden die Konzerte statt?

Bis zur Corona-Zeit wurden von Kultur-im-Knast Konzerte in den Fuhlsbüttler Anstalten „Santa Fu“ und der Sozialtherapie sowie in Billwerder veranstaltet, jeweils in den Kirchenräumen (siehe Fotos). Die Anstalten legen jeweils die Termine fest und die Anfangszeiten. Diese sind immer nachmittags, weil die Hafträume abends abgeschlossen sind. Die Konzerte dauern maximal eine Stunde.

Was muss man tun, um als Musikerin oder Musiker in eine Haftanstalt zu kommen?

Besucher einer JVA müssen grundsätzlich vorab überprüft werden, es werden daher Name, Geburtsdatum und evtl. Adresse von uns abgefragt. Evtl. dürfen ein oder zwei Gäste mitkommen. Außerdem müssen wir alles, was mitgebracht wird, vorher anmelden, also Instrumente, technische Geräte etc. sowie das Kennzeichen des PKW, der u.U. für den Transport auf das Anstaltsgelände fahren darf. Es gelten die 2G-Regeln – neben den entsprechenden Bescheinigungen sind natürlich ein gültiger Personalausweis oder Pass mitzubringen.

Wird für die Konzerte geworben?

Wir bitten vorher um Bild- und Textmaterial, aus dem wir ein Plakat für den Gefängnisinternen Gebrauch erstellen. Auf Wunsch berichten wir über das Konzert in unserem Newsletter.

Ist etwas verboten?

Nicht erlaubt sind netzfähige Computer, Handys, Filmapparate und Kameras, Ziga-retten etc. (Keine Waffen, Drogen, Alkohol, Medikamente etc., das versteht sich von selbst.) Getränke werden zur Verfügung gestellt. Auf keinen Fall können z.B. Hafträume besichtigt oder fotografiert werden.

Gibt es Presse, Filme oder Fotos?

Wir machen mit unseren bescheidenen Mitteln während der Konzerte Fotos, die wir den Künstlerinnen und Künstlern hinterher zur Verfügung stellen, ebenso das Plakat. Pressevertreter sind in aller Regel nicht zugelassen. Genehmigungen müssten bei der Pressestelle der Justizbehörde eingeholt werden, eigentlich immer ohne Erfolg.

Und wie laufen die Konzerte ab? Wie viele Zuhörer kommen i.d.R.?

Wir können nie vorhersagen, mit wie vielen Zuhörern man rechnen kann, das ist auch für uns immer eine große Unsicherheit. Es gab schon Konzerte mit 10 Zuhörern oder mit knapp 100. Das hängt von vielen Dingen ab: Erster Sonnentag nach vielen Regentagen, dann wollen alle an die Luft; unglückliche Termine für den haftinternen Einkauf; andere haftinterne Probleme; oder das Konzert spricht zu wenige Inhaftierte an. Davon hängt aber nicht der „Erfolg“ eines Konzertes ab, den man ohnehin schwer ermitteln kann. Eine lockere Stimmung, gelöste Gesichter und ein paar positive Rückmeldungen sind das, was für den nicht geringen Aufwand entschädigt.

Sind Sie neugierig geworden?

Im KIK Archiv sind übrigens alle bisherigen Veranstaltungen aufgelistet (siehe oben). Sollten Sie Interesse an einem Auftritt in einem der Häuser haben, melden Sie sich gerne bei uns unter: kultur-im-knast@gmx.de.

Wir haben schon vieles möglich gemacht und freuen uns immer auf interessante Veranstaltungen.
Das KIK-Team