Gesellschaftspolitische Projekte

Straffälligenhilfe bedeutet nicht nur, einzelne Straffällige und ihre Angehörigen zu unterstützen, sondern auch, die Gesellschaft für die Ursachen von Delinquenz und die Folgen von Haft zu sensibilisieren. Das Projekt Durchblick setzt bei ganz normalen SchülerInnen an, um zu informieren.

Das Schulprojekt Durchblick

„Die Veranstaltung/Der Besuch der Mitglieder des Fürsorge-Vereins am Lise-Meitner-Gymnasium war für die Schülerinnen und Schüler sehr gewinnbringend. Vor allem der direkte und von Experten vermittelte Einblick in die Themen Strafverfolgung, Gerichtsverfahren, Strafvollzug und Bedingungen von Straffälligkeit war sehr spannend und informativ.“ Herr Josten vom Lise-Meitner-Gymnasium 

Wie entsteht Straffälligkeit? Warum werden Menschen kriminell? Was passiert in einem Strafverfahren? Und in den Haftanstalten? Welche Möglichkeiten gibt es für entlassene Straffällige? Obwohl das Thema Kriminalität im Fernsehen, Internet und Literatur ein Dauerbrenner ist, wissen die meisten Menschen kaum etwas über die Hintergründe oder über „echte“ Häftlinge und ihr Leben. Ihre meist komplexe Problemlage wird nach der Haftentlassung noch durch die Vorurteile vieler Menschen und ihr diskriminierendes Verhalten verschärft. Hier setzt das Projekt Durchblick an: Professionell ausgebildete Ehrenamtliche (u.a. ehemalige Richter, Staatsanwälte, Pädagogen etc.) gehen in die Schulen, um dort im Rahmen einer Unterrichtseinheit (jeweils 90 Minuten) über das Thema Straffälligkeit zu informieren und in einen offenen Dialog mit den Jugendlichen zu treten. Anhand von praxisnahen, jugendgerechten Unterrichtsmaterialien wird den Jugendlichen das Thema nähergebracht und es erfolgt eine Sensibilisierung für das eigene Verhalten.

Folgende 4 Bausteine (je eine Unterrichtseinheit) wurden, bzw. werden, für den Unterricht konzipiert:

  1. Entstehung von Gewalt und Straffälligkeit
  2. Rund um das Strafverfahren
  3. Strafvollzug und vorzeitige Entlassung
  4. Nach der Haft

Diese Bausteine können auch miteinander z.B. zu einem Projekttag oder -woche kombiniert werden. Möglich ist auch der Besuch einer Gerichtsverhandlung mit anschließender Nachbereitung im Unterricht. Zum Einsatz kommen moderne und für Jugendliche ansprechende Medien, wie der aktive Einsatz einer interaktiven Homepage, QR Codes auf Postern und Drückstücken, PowerPoint Präsentationen.

Die Ziele des Projektes „Durchblick“ sind:

  • Praxisnahe, politische Bildung von Jugendlichen ab ca. 13 Jahren in allen Hamburger Schulen in Kooperation mit den Lehrkräften
  • Schaffung eines offenen Dialoges zum Thema Straffälligkeit, Haft und deren Folgen
  • Sensibilisierung von Jugendlichen für die gesellschaftliche Bedeutung von Straffälligkeit, deren Folgen für die Opfer und die Gesellschaft sowie für die verschiedenen Aspekte bei der Wiedereingliederung von Straftätern in die Gesellschaft
  • Kompetente Unterstützung der Lehrkräfte bei der Gestaltung des Unterrichtes unter Nutzung der vorhandenen Kontakte zu Richtern, Staatsanwälten, Gerichtshelfern, Sozialpädagogen
  • Schaffung eines generationsübergreifenden Dialoges der oftmals bereits pensionierten Ehrenamtlichen mit den Jugendlichen.

Das Projekt richtet sich primär an Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse (ca. 13 Jahre).

Sie möchten das Projekt Durchblick auch an Ihre Schule einladen?

Bärbel Hüttmann
Tel.: (040) 300 33 75 – 22
Email: baerbel.huettmann@hamburger-fuersorgeverein.de