Ein weiterer Poetry-Slam-Beitrag aus Hamburg, der im Rahmen der AktionstageGefängnis entstanden ist, ist nun online anzuhören.
Das zweite Video ist von Don Esteban.

Immer wieder geschehen Verbrechen, welche uns zutiefst schockieren, uns mit ihrer grausamen Unerklärlichkeit erschüttern. Neben Anteilnahme, Schmerz und Trauer rufen solche Taten auch immer wieder Wut, Zorn und den Schrei nach drakonischen Strafen hervor.

Der vorliegende Text geht diesen Gedanken nach, möchte als Reflexion, als Meditation über „Recht“ und „Gerechtigkeit“ verstanden werden:

Grausamkeit und Kaltblütigkeit eines Individuums dürfen uns als Gesellschaft, als Rechtsstaat, niemals dazu verleiten in eine juristisch scheinlegitimierte Barbarei zurück zu fallen, die wir vor noch gar nicht so langer Zeit erst überwunden haben! Besonders auf dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Trier, welche die Menschen vor Ort, doch auch weit darüber hinaus, schmerzlich getroffen haben, Leben gekostet, zerstört und auf immer verwundet haben, gewinnt der vorliegende Text „Gerechtigkeit“ eine besondere, eine schmerzhafte Aktualität. Auch hier wurden schnell wieder entsprechende Stimmen, besonders in der Anonymität des Internets, laut.
Gerade diesen Stimmen, gerade in dieser Situation, welche bedauerlicherweise nicht die letzte bleiben wird, will dieser Text sich entgegenstellen, ein Appell sein gegen den uns oftmals innewohnenden Rachedurst, der sich verbirgt hinter dem vermeintlichen Schrei nach Gerechtigkeit!

„Wenn wir unsere Menschlichkeit aufgeben, zu was werden wir dann?“

Video: https://www.facebook.com/111519897412727/videos/902666283600941