Räumlichkeiten der Sozialen Beratungsstelle

In der Soziale Beratungsstelle Eimsbüttel unterstützen wir volljährige Personen, die sich in besonderen Lebenslagen befinden und die diese aufgrund sozialer Schwierigkeiten nicht aus eigener Kraft überwinden können. Wir – das sind aktuell fünf Sozialpädagog*innen, zwei Mitarbeiterinnen in Verwaltung und Reinigung sowie ein BDF-ler – sind zuständig für Menschen, die sich im Bezirk Eimsbüttel aufhalten oder einen Meldebezug zum Bezirk haben. Jedem Hamburger Bezirk ist eine Soziale Beratungsstelle zugeordnet.  

Die besonderen Lebenslagen unserer Ratsuchenden sind gekennzeichnet durch Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit oder drohenden Wohnungsverlust, Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitsverhältnisse, Mittellosigkeit oder ein Leben unterhalb der Armutsgrenze sowie Verschuldung oder andere schwierige Lebensumstände. Häufig gehen mit diesen Umständen auch soziale Benachteiligungen sowie Schwierigkeiten im psychosozialen und kognitiven Bereich einher. Suchterkrankungen, psychische Auffälligkeiten und fehlende familiäre Bindungen oder soziale Beziehungen münden dabei häufig in Vereinsamung, Resignation und Hilflosigkeit. 

Unser Hilfeangebot gliedert sich in drei Bereiche:

Die Offene Beratung

Während der Offenen Beratungszeiten können sich Menschen von uns beraten lassen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind, sich in einer finanziellen Notsituation befinden, Unterstützung bei behördlichen Angelegenheiten benötigen, sich über Hilfsangebote in Hamburg informieren möchten, oder die allgemein mit ihrer aktuellen Lebenssituation überfordert sind. Dabei ist das Ziel, zeitnahe und niedrigschwellige Unterstützung anzubieten, die in Krisensituationen erforderlich ist.
In einem ersten Gespräch wird geklärt, ob die kurzfristige Unterstützung ausreicht, welche andere Form der Hilfe für die Ratsuchenden sinnvoll sein könnte oder ob ein Bedarf für eine kontinuierliche Unterstützung durch eine Persönliche Hilfe gem. § 67 ff SGB XII in der Beratungsstelle besteht.

Die Persönliche Hilfe nach § 67 SGB XII

Die Persönliche Hilfe ist ein ambulantes Hilfeangebot und richtet sich an volljährige Ratsuchende, die sich Unterstützung bei der Überwindung ihrer sozialen Schwierigkeiten wünschen. Sie ist Teil des Hilfesystems für wohnungslose Menschen oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Unter Wohnungslosigkeit versteht man Obdachlosigkeit, das Leben in einer öffentlichen Unterkunft oder das Unterkommen bei Bekannten ohne gesichertes Mietverhältnis. Von Wohnungslosigkeit bedroht sind Menschen, die durch Mietschulden, anhängige Räumungsklagen, fehlende finanzielle Absicherung, Verschuldung oder Konflikte im Wohnumfeld Gefahr laufen, ihre Wohnung zu verlieren.
Die ratsuchende Person wird in die persönliche Hilfe aufgenommen, wenn sie mit ihrer Lebenssituation überfordert ist und alleine die schwierige Lage nicht bewältigen kann. Die Unterstützung findet in Form von individueller Beratung und Begleitung zu verschiedenen Themenfeldern statt. Diese können sein: Hilfe bei der finanziellen Absicherung, das Sortieren oder Beschaffen von Papieren, Unterstützung beim Erlangen einer Unterkunft, Wohnungssuche und Erlangen eines Wohnberechtigungsscheines zum Bezug öffentlich geförderter Wohnungen, Unterstützung bei der Arbeitssuche, Hilfe beim Zugang zum Gesundheitssystem oder zunächst zur  Krankheitseinsicht, Klärung der Verschuldungssituation oder Überleitung an eine Schuldnerberatungsstelle. Hierbei werden der individuelle Unterstützungsbedarf und die Bedürfnisse der Adressat*innen ermittelt und gemeinsam Lösungswege erarbeitet. 

Die Persönliche Hilfe gem. §67 SGB XII bedarf einer Bewilligung durch die Fachstelle für Wohnungsnotfälle. Hierzu werden gemeinsam mit den Klient*innen halbjährlich Hilfepläne erarbeitet, aus denen die sozialen Schwierigkeiten sowie Handlungsschritte und Ziele hervorgehen.

Die Straßensozialarbeit

Die Straßensozialarbeit richtet sich an obdachlose Personen im Bezirk Eimsbüttel, die beim Zugang zum Hilfesystem unterstützt werden. Zwei Sozialarbeiter*innen sind hierbei zur Kontaktaufnahme innerhalb des Bezirkes unterwegs und suchen die obdachlosen Menschen auf. Hierbei reagieren wir auch auf Hinweise, die von Bürger*innen durch die Hotline für gefährdete obdachlose Menschen in Hamburg oder andere Institutionen an die Beratungsstelle herangetragen werden. Den obdachlosen Menschen wird dann vor Ort Unterstützung angeboten. Oft geht es hierbei um Informationen über niedrigschwellige Angebote des Wohnungslosenhilfesystems wie Tagesaufenthaltsstätten, Angebote zur ärztlichen Versorgung, Zugang zu Notunterkünften oder zum Winternotprogramm. Sie können auch in die persönliche Einzelfallhilfe übergeleitet werden, wenn ein sozialhilferechtlicher Anspruch besteht.
Ziel unseres ambulanten Unterstützungsangebotes ist es, die Menschen zur Selbsthilfe zu befähigen, d.h. sie darin zu unterstützen, ihr Leben nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten zu gestalten, um ihnen so ein selbstbestimmtes, menschenwürdiges Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Hierbei werden die Bedürfnisse und Stärken der Klient*innen und Ratsuchenden sowie geschlechts- und altersbedingte Besonderheiten berücksichtigt.
Unser Arbeitsalltag findet in einem Spannungsverhältnis von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie dem angespannten Wohnungsmarkt oder komplexen behördlichen Strukturen und der individuellen Lebenssituationen der Ratsuchenden statt. Einerseits übernehmen wir parteilich Stellung für die Klient*innen, um ihre Rechte zu verwirklichen, andererseits vermitteln wir ihnen die geltenden Rahmenbedingungen, sodass sie den gesellschaftlichen Anforderungen besser gerecht werden können. Durch den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung können Handlungsmöglichkeiten gemeinsam erarbeitet werden.