Moin, ich bin Johanna und studiere Soziale Arbeit am Rauhen Haus in Hamburg. Seit nun fast einem Jahr darf ich als Praktikantin den Arbeitsalltag im Wohnhaus in der Max-Brauer-Allee für haftentlassene Männer, sowie im Hamburger Fürsorgeverein begleiten. Der anstehende Abschied wird mir nicht leichtfallen, da dieses Jahr für mich sehr schön, wichtig und prägend war.

Den Großteil meiner Zeit habe ich mit dem Wohnhausteam verbracht und durfte tatsächlich Teil dessen werden. Neben den täglichen Verwaltungstätigkeiten, habe ich Vorstellungsgespräche mit neuen, potentiellen Bewohnern geführt, Gruppenangebote begleitet, in Dienst-/ und Fallbesprechungen mitgewirkt, Bewohner zu anstehenden Terminen begleitet und konnte bei Einzelgesprächen dabei sein.

Überraschend dabei war für mich, dass ich von Beginn an von den Kollegen und Kolleginnen ernst genommen wurde, meine Einschätzung erfragt wurde und ich nie das Gefühl hatte, eine Frage nicht stellen zu können oder einen Arbeitsbereich nicht kennenlernen zu dürfen. Durch den Hamburger Fürsorgeverein konnte ich sowohl die organisatorischen Strukturen kennen und verstehen lernen, die hinter so einem Träger stehen, als auch die Ehrenamtliche Arbeit und deren große Bedeutung für inhaftierte Menschen. Bei fachlichen oder systemischen Fragen zu den Abläufen oder der Arbeit hier allgemein, war immer die Bereitschaft da, sich auch dafür Zeit zu nehmen und sich damit gemeinsam mit mir auseinanderzusetzen.

Das Praktikumsjahr ist im Allgemeinen sehr anstrengend getaktet, da es für mich einen Spagat aus Praxisarbeit, Studium und Lohnarbeit erforderte. Trotzdem bin ich jeden Tag gern in die Max-Brauer-Allee gekommen. Ich bin sowohl im Wohnhaus, als auch im Fürsorgeverein auf ausschließlich offene, ehrliche, wohlwollende Menschen getroffen, die mein Praktikum zu einer super Zeit gemacht haben.

Vielen Dank Euch allen dafür und hoffentlich bis bald!